IPv6: Unterschied zwischen den Versionen
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Beachte, dass das externe Netzwerk, von dem du auf deine IPv6-Adresse zugreifen willst, auch IPv6 unterstützen muss. Es stellen allerdings noch nicht alle Internetprovider IPv6 zur Verfügung (insbesondere bei Mobilfunk). | Beachte, dass das externe Netzwerk, von dem du auf deine IPv6-Adresse zugreifen willst, auch IPv6 unterstützen muss. Es stellen allerdings noch nicht alle Internetprovider IPv6 zur Verfügung (insbesondere bei Mobilfunk). | ||
==Erfahrungsbericht: IPv6 über eigenen Router nicht möglich== | |||
Viele von uns dürften an ihrer Netzwerksteckdose im Zimmer einen eigenen, vollwertigen Router haben, über den der Verkehr zwischen den Endgeräten und der HaDiNet-Infrastruktur läuft. Sofern dieser Router (in meinem Fall eine Fritzbox) auch in seiner Funktion als Router zum Einsatz kommt, scheint es aktuell (Januar 2025) nicht möglich zu sein, IPv6-Traffic über diesen abzuwickeln. Das werden die wenigsten merken, aber für die, die es interessiert, hier ein kurzer Erfahrungsbericht mit einer Einschätzung, weshalb es nicht geht. | |||
In typischen Einsatzfällen (normale Miets- und Eigentumswohnungen o.Ä.) holt sich der Router einen IPv6-Prefix per ''Prefix Delegation'' (''PD'') vom Internetanbieter, über den er anschließend frei verfügen kann, bspw. indem er den Präfix in seinem lokalen Netzwerk bewirbt (''Router Advertisement, RA''), woraufhin sich die Endgeräte ihre eigene IPv6-Adresse aus diesem Präfix bilden können. Außerdem erfährt der Internetanbieter durch diesen Vorgang der ''Prefix Delegation'', dass der Kundenrouter nun diesen Präfix verwaltet und schickt den gesamten eingehenden Internetverkehr, der an Adressen innerhalb dieses Präfixes gerichtet ist, an den Router, der ja nach außen hin selbst eine eindeutige IPv6-Adresse hat. Der Router nimmt diesen Verkehr entgegen und verteilt ihn auf die Endgeräte im lokalen Netzwerk. | |||
Im HaDiKo besteht aber die Besonderheit, dass die HaDiNet-Infrastruktur keine ''Prefix Delegation'' beherrscht. Während nun jedem Bewohner an seiner Netzwerksteckdose ein /64-Netzwerk zur Verfügung steht, kann dieser /64-Präfix nicht an nachgeschaltete Router auf Bewohnerseite delegiert werden, damit diese diesen Adressraum selbst verwalten. Selbst wenn man den zugewiesenen /64-Präfix im Router manuell (statisch) konfiguriert und dadurch die Endgeräte im lokalen Netzwerk passende IPv6-Adressen bekommen, ersetzt das nicht eine vollwertige ''Prefix Delegation''. Denn aus der Perspektive der HaDiNet-Infrastruktur wird weiterhin davon ausgegangen, dass die Endgeräte direkt und ohne zwischengelagerten Bewohnerrouter verbunden sind und eingehender Internetverkehr an Geräte innerhalb dieses Präfixes direkt verteilt werden kann, und nicht noch an den Bewohnerrouter weitergeleitet werden muss, was aber für eine funktionierende Verbindung nötig wäre. Salopp gesagt, weiß der HaDiNet-Router nicht, wohin er das eingehende Paket schicken soll, denn er merkt, dass das Gerät mit der gewünschten Zieladresse nicht direkt mit ihm verbunden ist - und er weiß nicht, dass er dieses Paket einfach nur an den Bewohnerrouter weiterleiten müsste, damit dieses zugestellt werden kann. | |||
Unter Ausreizung aller Einstellmöglichkeiten eines aktuellen Fritzbox-Modells und Analyse von ein- und ausgehendem Verkehr bin ich zur Einsicht gekommen, dass dieses fehlende Routing vom HaDiNet zum Bewohnerrouter der Grund ist, warum IPv6 nicht funktioniert. Ausgehende Pakete finden ihren Weg aber problemlos - das alleine hilft nur leider nicht. | |||
Um es aber deutlich zu machen: dies ist kein Fehler oder Bug auf Seiten des HaDiNets, sondern das zu erwartende Verhalten bei nicht vorhandener ''Prefix Delegation''. Um dieses Problem zu umgehen, kann natürlich auf einen Switch ausgewichen werden, wenn man kein eigenes lokales Netzwerk benötigt. Eine Fritzbox kann auch als solcher betrieben werden und verliert damit ihre Funktion als Router. | |||
Disclaimer: ich bin kein Netzwerkprofi, aber stundenlanges Troubleshooting haben mich dazu veranlasst, diesen Erfahrungsbericht zu schreiben, damit es nicht andere auf die selbe Art herausfinden müssen. | |||
siehe auch [[DNS]], [[Zugriff von extern]] | siehe auch [[DNS]], [[Zugriff von extern]] | ||
Version vom 28. Januar 2025, 03:47 Uhr
IPv6 ist die nächste Generation Internet. Das Internet Protokoll (IP) ist für die eindeutige Identifikation aller Geräte im Internet zuständig. Bei IPv4 wurde der Adressraum zu klein gewählt, sodass nicht jedes Gerät eine eindeutige Adresse erhalten kann. Das HaDiKo hat zum Beispiel nur eine globale IPv4-Adresse, die sich mit Hilfe eines NATs alle Bewohner teilen. Bei IPv6 wurde diese Einschränkung behoben und es ist nun möglich jedem Sandkorn auf der Erde mehrere Adressen zu geben.
Alle HaDiNet-Anschlüsse unterstützen vollständig IPv4 und IPv6. Jeder Bewohner bekommt ein IPv6-/64-Netz (18 Trillionen Adressen) zugewiesen das in myHaDiNet einsehbar ist. Das HaDiKo hat über BelWü ein großes IPv6-Netzwerk, um jedem Bewohner ein komplettes Subnetz zuzuweisen. Die bewohnerspezifische Zuweisung gilt nur für den Ethernet-Anschluss in den Zimmern; im WLAN teilen sich alle Bewohner einen IPv6-Adressbereich (2001:7c7:20f7:4000::/50).
Einrichten
Die meisten aktuellen Betriebssysteme unterstützten IPv6 automatisch. Es sind keine besonderen Einrichtungsschritte erforderlich.
Statische IPv6-Adresse einrichten
In einigen Fällen erzeugt sich jedes Gerät automatisch eine statische IPv6-Adresse aus der MAC-Adresse. Diese Adressen sind anhand des Adressteils ff::fe erkennbar und können problemlos für die DNS und Firewallfreischaltung verwendet werden. Beachte jedoch, dass auf einigen Betriebssystemen auch temporäre IPv6-Adressen genutzt werden, die nach einem Reboot wechseln. Ggf. musst du permanente IPv6-Adressen auch erst aktivieren. Wenn du dir nicht sicher bist, starte dein System neu und schau welche IPv6-Adresse dann gleichgeblieben ist. Diese Adresse kannst du dann nutzen um dir einen DNS-Eintrag oder eine Firewallfreischaltung anlegen zu lassen (siehe oben).
Es ist auch möglich eine eigene Adresse zu vergeben. Dazu wählt man einfach eine Adresse aus seinem /64-Netz aus (einsehbar in myHaDiNet), z. B. 2001:7c7:20fX:XXXX::dead:beef oder 2001:7c7:20fX:XXXX::2. Die Standard Gateway ist immer die erste Adresse im Netz: 2001:7c7:20fX:XXXX::1.
Die Anleitung für Debian ist im Debian-Wiki. Für die meisten Linux-Distributionen, BSDs und Unixe wird man beim jeweiligen Projekt fündig.
Firewallfreischaltung
Da die IPv6-Adressen vollwertige, von extern erreichbare Adressen sind, sind wir vom SCC verpflichtet eine Firewall für eingehende Kommunikation einzurichten. Da aber gerade darin der Vorteil von IPv6 liegt, bieten wir an, die Firewall für einzelne IPv6-Adressen und Ports freizuschalten.
Bitte schreibt hierzu eine E-Mail an support@hadiko.de mit folgenden Informationen:
- Eure statische IPv6-Adresse
- DNS-Name (Für öffentlichen DNS-Eintrag: x.hadiko.de, wird für interne Verwaltung benötigt)
- Freizuschaltende TCP/UDP-Ports (oder alles freischalten); es sind auch ganze Bereiche, z. B. 1000–2000 möglich
- Verwende als Absenderadresse die, mit der du auch in myHaDiNet registriert bist.
Alternativ können wir Ports auch für dein ganzes IPv6-Subnetz freischalten, oder die IPv6-Firewall für dein gesamtes IPv6-Subnetz deaktivieren. In diesem Fall müssen wir auch keinen DNS-Eintrag anlegen.
Beachte, dass das externe Netzwerk, von dem du auf deine IPv6-Adresse zugreifen willst, auch IPv6 unterstützen muss. Es stellen allerdings noch nicht alle Internetprovider IPv6 zur Verfügung (insbesondere bei Mobilfunk).
Erfahrungsbericht: IPv6 über eigenen Router nicht möglich
Viele von uns dürften an ihrer Netzwerksteckdose im Zimmer einen eigenen, vollwertigen Router haben, über den der Verkehr zwischen den Endgeräten und der HaDiNet-Infrastruktur läuft. Sofern dieser Router (in meinem Fall eine Fritzbox) auch in seiner Funktion als Router zum Einsatz kommt, scheint es aktuell (Januar 2025) nicht möglich zu sein, IPv6-Traffic über diesen abzuwickeln. Das werden die wenigsten merken, aber für die, die es interessiert, hier ein kurzer Erfahrungsbericht mit einer Einschätzung, weshalb es nicht geht.
In typischen Einsatzfällen (normale Miets- und Eigentumswohnungen o.Ä.) holt sich der Router einen IPv6-Prefix per Prefix Delegation (PD) vom Internetanbieter, über den er anschließend frei verfügen kann, bspw. indem er den Präfix in seinem lokalen Netzwerk bewirbt (Router Advertisement, RA), woraufhin sich die Endgeräte ihre eigene IPv6-Adresse aus diesem Präfix bilden können. Außerdem erfährt der Internetanbieter durch diesen Vorgang der Prefix Delegation, dass der Kundenrouter nun diesen Präfix verwaltet und schickt den gesamten eingehenden Internetverkehr, der an Adressen innerhalb dieses Präfixes gerichtet ist, an den Router, der ja nach außen hin selbst eine eindeutige IPv6-Adresse hat. Der Router nimmt diesen Verkehr entgegen und verteilt ihn auf die Endgeräte im lokalen Netzwerk.
Im HaDiKo besteht aber die Besonderheit, dass die HaDiNet-Infrastruktur keine Prefix Delegation beherrscht. Während nun jedem Bewohner an seiner Netzwerksteckdose ein /64-Netzwerk zur Verfügung steht, kann dieser /64-Präfix nicht an nachgeschaltete Router auf Bewohnerseite delegiert werden, damit diese diesen Adressraum selbst verwalten. Selbst wenn man den zugewiesenen /64-Präfix im Router manuell (statisch) konfiguriert und dadurch die Endgeräte im lokalen Netzwerk passende IPv6-Adressen bekommen, ersetzt das nicht eine vollwertige Prefix Delegation. Denn aus der Perspektive der HaDiNet-Infrastruktur wird weiterhin davon ausgegangen, dass die Endgeräte direkt und ohne zwischengelagerten Bewohnerrouter verbunden sind und eingehender Internetverkehr an Geräte innerhalb dieses Präfixes direkt verteilt werden kann, und nicht noch an den Bewohnerrouter weitergeleitet werden muss, was aber für eine funktionierende Verbindung nötig wäre. Salopp gesagt, weiß der HaDiNet-Router nicht, wohin er das eingehende Paket schicken soll, denn er merkt, dass das Gerät mit der gewünschten Zieladresse nicht direkt mit ihm verbunden ist - und er weiß nicht, dass er dieses Paket einfach nur an den Bewohnerrouter weiterleiten müsste, damit dieses zugestellt werden kann.
Unter Ausreizung aller Einstellmöglichkeiten eines aktuellen Fritzbox-Modells und Analyse von ein- und ausgehendem Verkehr bin ich zur Einsicht gekommen, dass dieses fehlende Routing vom HaDiNet zum Bewohnerrouter der Grund ist, warum IPv6 nicht funktioniert. Ausgehende Pakete finden ihren Weg aber problemlos - das alleine hilft nur leider nicht.
Um es aber deutlich zu machen: dies ist kein Fehler oder Bug auf Seiten des HaDiNets, sondern das zu erwartende Verhalten bei nicht vorhandener Prefix Delegation. Um dieses Problem zu umgehen, kann natürlich auf einen Switch ausgewichen werden, wenn man kein eigenes lokales Netzwerk benötigt. Eine Fritzbox kann auch als solcher betrieben werden und verliert damit ihre Funktion als Router.
Disclaimer: ich bin kein Netzwerkprofi, aber stundenlanges Troubleshooting haben mich dazu veranlasst, diesen Erfahrungsbericht zu schreiben, damit es nicht andere auf die selbe Art herausfinden müssen.
siehe auch DNS, Zugriff von extern