Solaranlage: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 3. Februar 2021, 00:15 Uhr
Dieser Artikel soll als Ideensammlung für eine zukünftige Solaranlage auf den HaDiKo Gebäuden dienen. Die Dächer des Hadikos bieten genug Fläche, um mit einer Photovoltaikanlage(kurz: PV) einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs zu decken. Da Photovoltaik mittlerweile sehr günstig ist, spielen Anlagen mit hohem Eingenverbrauchsanteil innerhalb von wenigen Jahren die Investitionkosten wieder ein und genierieren danach jedes Jahr stetiges, planbares Einkommen.

Das Hadiko hatte 2019 einen Stromverbrauch von 1.064.216 kWh.
Grundlagen und Begriffe
- Eigenverbrauch
Der erzeugte Strom wird vor Ort verbraucht. Das ist die wirtschaftlich effizienteste Form eine Solaranlage zu betreiben, denn der erzeugte Strom muss nicht mehr vom Stromanbieter gekauft werden. Für's Hadiko sind das ca. 18ct/kWh
- Direktverbrauch
Eigenverbrauch ohne Zwischenspeicherung, also der Normalfall.
- Netzeinspeisung
Wenn mehr Strom produziert wird, als verbraucht wird, wird der Überschuss in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Das gibt relativ wenig Geld. (ca 6ct[1])
- Autarkie
Grad, wie viel von der Stromrechnung eingespart wird. (Erzeugte und auch verbrauchte Energie / Gesamtverbrauch an Energie)
Zu Beachten ist dass Stromerzeugung und Stromverbrauch normalerweise nicht gleichzeitig und gleichmäßig passieren. Es kommt beispielsweise vor, dass an einem Tag 100kWh Strom produziert wurde, 50kWh Strom verbraucht wurde, aber trotzdem 30kWh Strom dazugekauft werden musste, da dieser dann gebraucht wurde, als die Anlage nichts produziert hat. Der Eigenverbrauch(relativ) wäre in diesem Fall 50%, die Autarkie wäre 65%. (50kWh Erzeugt und auch verbraucht / 80kWh Gesamtverbrauch)
- kWp
Kilowatt-Peak. Die maximale Leistung, die eine Solarzelle abgeben kann (wird in unseren Breiten praktisch nie erreicht)
Dimensionierung
Es gilt, eine Abwägung zwischen Komplexität, Investitionskosten und Gewinn zu treffen.
Reiner Direktverbrauch

Es werden nur so viele Module verbaut, dass der erzeugte Strom in den allermeisten Situationen vollständig direkt zeitgleich vom Hadiko genutzt wird. Das heißt nicht, dass der Großteil des Energiebedarfs des HaDiKo's von der Solaranlage gedeckt wird. Nur wenn gleichzeitig ungewöhnlich hohe Sonneneinstrahlung und ungewöhnlich niedriger Strombedarf vorherrscht, wird ein Teil des erzeugten Stroms nicht genutzt werden können. Das ist "gut genug", denn um diese Verluste absolut auszuschließen, müsste man auf Panels verzichten, die 99% der Zeit nicht zum Stromüberschuss beitragen. Die Anlage würde damit deutlich weniger absolute Rendite bringen.
Hierfür böte es sich an, die Dachflächen des K3, K4, und K5's zu benutzen. Sie haben wenig Hindernisse und die Installation ist damit am einfachsten.
- Vorteile
- geringe Amortisationszeit
- einfachere Planung, K3,K4 und K5 sind baugleich
- Keine Überschussstrom-Vermarktung notwendig, da kein Überstrom anfällt
- Nachteile
- Ungenutzte Dachfläche, die keine Gewinne abwerfen kann
Die mit K2-Base[2] berechnete Leistung für die Dächer K3,K4,K5 beträgt ca. 300kWP. Mit dem PV Rechner der Energieagentur NRW[3] ergibt sich einen Eigenverbrauch von 97% und ein Autarkiegrad von 18%.
Ertragsmaximierung

Hierbei werden alle freien Flächen ausgenutzt. Bei hoher Einstrahlung wird mehr Strom produziert, als das Hadiko verbraucht. Dieser Strom muss vermarktet werden, um ihn nicht zu verschwenden, oder ein ausreichend dimensionierter Stromspeicher muss beschafft werden. Allerdings bedeutet das einen Mehraufwand.
- Vorteile
- Langfristig das günstigste
- höhere Investitionskosten
- Nachteile
- Überschussstrom-Vermarktung notwendig (oder Strom unentgeltlich einspeisen)?
- Teile des K2 Dachs sind leicht begehbar. Vandalismus/Diebstahl der Panels ist über die Lebensdauer nicht auszuschließen
Die mit K2-Base[4] berechnete maximale Leistung beträgt ca. 515kWP Mit dem PV Rechner der Energieagentur NRW[5] ergibt sich einen Eigenverbrauch von 89% und ein Autarkiegrad von 29%.
Ertragsmaximierung mit Speicher

Ein Stromspeicher (ein großer Akku) kann genutzt werden, um überschüssige elektrische Energie zu speichern. Speicher sind im Jahr 2021 noch sehr teuer und würden die Amortisationszeit der Anlage deutlich verzögern, werden allerdings schnell günstiger. Um 97% Eigenverbrauchsanteil zu erreichen ist ein Speicher von ca. 600kWh nötig. Damit kann das Hadiko etwa 4h bei durchschnittlichem Strombedarf betrieben werden.
- Vorteile
- Weitere Senkung der Stromkosten
- Überbrückung von Stromausfällen möglich
- bei ausreichender Dimensionierung: keine Überschussstrom-Vermarktung notwendig
- Speicher können über automatisierten An- und Verkauf von Strom aus dem Netz zusätzliches Einkommen generieren
- Nachteile
- kaum mehr Eigenverbrauch, da er in "Ertagsmaximierung" schon 89% erreicht
- deutlich höhere Investitionskosten
- Unterbringung des Speichers braucht Platz
- erhöhter Wartungsaufwand
Risikomanagement
Risiken
- Taubennester und deren Verschmutzung
- Sturm, Hagel
- Diebstahl, Vandalismus
Absicherung
- Versicherung
- nicht-Eigentumsanlage
Recht
Die Rechtslage ist ziemlich komplex. Eine Clearingstelle für das EEG kann gegen Geld (60ct/kWp)[6] befragt werden.
Steuerliche Betrachtung
noch ein wGB? Verlust der Gemeinnützigkeit? Wie viele Steuern fallen an und was macht das mit der Ammortationszeit?
EEG-Umlage
Für den eigenverbrauchten Strom, den die Solaranlage erzeugt, muss EEG grundsätzlich Umlage gezahlt werden. [7] Wenn der Strom allerdings im Rahmen einer Eigenversorgung verbraucht wird, fällt die EEG Umlage auf 40% ab. [8]
Volleinspeisung
Die Anlage kann evtl. in 5 Teilen auf 5 Häusern á < 100kWp angemeldet werden, um die Vergütungschwelle nicht zu überschreiten.
Anlage als Eigenversorgung
Damit die Anlage als Eigenversorgung gilt, muss der Betreiber der Anlage personenidentisch mit dem Verbraucher sein. [9] Dazu reicht es nicht, wenn das HaDiKo oder der Wohnheim e.V als Letztverbraucher fungiert. Die Bundesnetzagentur schreibt dazu sinngemäß: "Das einzelne Mitglied der Gesellschaft ist nicht identisch mit der Gesellschaft selbst." [10]
Allerdings ist der Allgemeinstrom, der von der Gemeinschaft selbst verbraucht wird (Flurbeleuchtung, Kühlschränke, Aufzug, Bars, Sauna) Eigenversorgung. [11]
- Vorteile
- nur 40% der EEG Umlage muss gezahlt werden
- Nachteile
- Die Hadiko Bewohner selbst müssen rechtlich Betreiber der Anlage sein, rechtliches Abenteuer
Mieterstrom über HaDiKo
- Vorteile
- Mieterstromzuschlag: 2,37 ct/kWh
- Nachteile
- Hoher Organisationsaufwand: HaDiKo wird zu Elektrizitätsversorgungsunternehmen nach EnWG[12]
Mieterstrom über Drittanbieter
Die Stadtwerke Kalsruhe bieten den sog. Community-Strom an.[13]. Sie kaufen den Strom der Solaranlage, kümmern sich um Inbetriebnahme, Betrieb, Wartung, Instandsetzung und Fernüberwachung und erlassen im Gegenzug den Strompreis.
- Vorteile
- Mieterstromzuschlag(Seit EEG 21)
- Keinen Organisationsaufwand
- Nachteile
- Reibungsverluste. Die Stadtwerke wollen auch verdienen.
Wirtschaftlichkeit bei Eigentumsanlage und Eigenversorgung
Grundsätzlich gilt für den Geldbeutel: Eigenverbrauch gut, Einspeisen schlecht. Jede kWh, die von der Anlage produziert wurde, muss nicht eingekauft werden. Strompreis für's Hadiko bei ca 18ct. Für eingespeisten Strom hingegen gibt es nur eine geringe Vergütung von ca. 6ct. Die Wirtschaftlichkeit der Ansätze wird mit dem PV Rechner der Energieagentur NRW[14] simuliert. Die Ergebnisse basieren auf folgenden Eingaben:
- Strompreis: 18ct/kWh (konstant angenommen)
- Installationskosten: 850€/kWp
- Laufende kosten (z.B. Versicherung): 1% des Anlagenwerts pro Jahr
- Speicherkosten: 500€/kWh
- Lebensdauer des Speichers: 15 Jahre
- Kosten für Speicheraustausch: 50% des Erstpreises
-
Wirtschaftlichkeit im Szenario "Reiner Direktverbrauch"
-
Wirtschaftlichkeit im Szenario "Ertrag Maximieren"
-
Wirtschaftlichkeit im Szenario "Ertrag Maximieren + Speicher"
| Reiner Direktverbrauch | Ertrag Maximieren | Ertragsmax+Speicher | |
|---|---|---|---|
| Investitionskosten | 255.000€ | 440.000€ | 740.000€ |
| Amortisationszeit | 7 Jahre | 7,5 Jahre | 15 Jahre |
| Gewinn nach Amortisation | 38 000€/Jahr | 60 000€/Jahr | 65 000€/Jahr |
Finanzierung
Die KfW fördert den Bau von Photovoltaikanlagen mit attraktiven Krediten [15]
Implementierung
Ost/West Anlage

Die meisten Solaranlagen an Hausdächern sind nach Süden ausgerichtet. Das erlaubt, den maximalen Ertrag pro Panelfläche zu generieren. Auf Flachdächern läuft man dabei in ein Problem: Die Panels verschatten sich bei schräg stehender Sonne gegenseitig und es müssen verschwenderische Abstände zwischen den Panels eingefügt werden. Anlagen die nach Osten und Westen ausgerichtet sind, erlauben es auf Flachdächern mehr Ertrag pro Dachfläche zu generieren, da sie fast lückenlos das Flachdach bedecken.[16] Pro verbautem kWp liefern sie aber weniger etwas Ertrag als Süd-Anlagen. Das Strombedarfsprofil des HaDiKo's passt besser zu Ost/West Anlagen, als zu Süd Anlagen: Insbesondere morgens und abends gibt es viel Strombedarf.
Befestigung der Solarpanels auf dem Flachdach

Die Panels werden auf Metallkonstruktionen montiert und mit Steinen beschwert, damit sie nicht vom Wind weggetragen werden. Damit das funktioniert, müssen die Panels mindestens in 4er Gruppen zusammen stehen. Das bedeutet, dass ein kleines Hindernis (z.B. ein Pfosen) die Installation von 8m2 Solarfläche verhindern kann.
In der folgenden Planung wurde die Software "K2 Base" verwendet, die bei Solateuren, die die Metallkonstruktionen von K2 verwenden, zum Einsatz kommt. Es gibt zwar andere Hersteller von Metallkonstruktionen, das Grundprinzip ändert sich dabei aber nicht.
Gebäude

Modulgröße: 2094x1038mm
- K1
Bietet Platz für ca. 236 Module, ca. 105kWp. Relativ verschattet, da umliegende Bäume höher
Im Weg: Dachfenster,...
- K2
Bietet Platz für ca. 224 Module, ca. 100kWp. Im Weg: Dachfenster, Fallschutz-Ankerpunkte
- K3/4/5
Bieten Platz für ca. 228 Module ca. 100kWp. Im Weg: Sattelitenschüsseln, Badezimmerentlüftungen,..
- DB
Bietet Platz für ca. 26 Module ca. 11kWp Im Weg: nichts(?)
Ideensammlung
Eigenverbrauch erhöhen
- Ladesäulen für E-Autos
Bauliche Maßnahmen
- Demonatage und Remontage von Sattelitenschüsseln?
Quellen
- ↑ https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/ErneuerbareEnergien/ZahlenDatenInformationen/EEG_Registerdaten/EEG_Registerdaten_node.html
- ↑ https://base.k2-systems.com
- ↑ https://www.energieagentur.nrw/tool/pv-rechner/
- ↑ https://base.k2-systems.com
- ↑ https://www.energieagentur.nrw/tool/pv-rechner/
- ↑ https://www.clearingstelle-eeg-kwkg.de/sites/default/files/downloads/Entgeltordnungen/EntgeltO_190522.pdf
- ↑ https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__61.html
- ↑ https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__61b.html
- ↑ https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__3.html
- ↑ https://www.haustec.de/energie/eigenverbrauch-und-stromverkauf-die-tuecken-der-eeg-umlage
- ↑ https://www.haustec.de/energie/eigenverbrauch-und-stromverkauf-die-tuecken-der-eeg-umlage
- ↑ https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/FAQ/Mieterstrom/faq-mieterstrom.html
- ↑ https://www.stadtwerke-karlsruhe.de/swk/geschaeftskunden/wohnungswirtschaft/energiedienstleistungen/community-strom.php
- ↑ https://www.energieagentur.nrw/tool/pv-rechner/
- ↑ https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Energie-Umwelt/F%C3%B6rderprodukte/Erneuerbare-Energien-Standard-(270)/
- ↑ https://www.elektro.net/42805/hoeherer-ertrag-bei-ost-west-solaranlagen/
- ↑ https://www.gpm-webgis-10.de/geoapp/solarkataster/karlsruhe/